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Wir müssen ein System entwickeln, das Unternehmertum fördert ...
(von FRANK STRONACH) Wir dürfen Menschen nicht behindern, die bereit sind, unternehmerisches Risiko einzugehen. Sie sind es, die für neue Betriebe und Arbeitsplätze sorgen. In meiner unternehmerischen Laufbahn habe ich sehr hart gearbeitet und viel Zeit und Geld investiert, um meinen Betrieb aufzubauen. Ich habe dies aber aus Überzeugung getan, um meine Firma erfolgreich zu machen und wirtschaftlich unabhängig zu sein. Wir müssen ein System entwickeln, welches Unternehmertum fördert. Konkret geht es darum, Rahmenbedingungen zu schaffen, die für Menschen einen Anreiz bilden, Unternehmen zu gründen. Tun wir dies nicht, dürfen wir uns nicht wundern, dass es immer weniger Personen gibt, die ihr Kapital zur Gründung eines Unternehmens einsetzen und viel persönliche Zeit aufwenden, um einen Betrieb von Grund auf aufzubauen. Wir brauchen vor allem ein Steuersystem, welches Wirtschaftswachstum fördert und Anreize für Unternehmensgründungen schafft.
Wir brauchen Menschen, die bereit sind, etwas zu riskieren, die neue Produkte und Dienstleistungen entwickeln, die an ihre physischen und psychischen Grenzen gehen – und die damit auch zum gesellschaftlichen Fortschritt und zur Verbesserung unseres Lebensstandards beitragen. Genau diese Art von Unternehmertum müssen wir fördern. Die Industrie, in der ich die meiste Zeit meines Lebens gearbeitet habe, bildet ein gutes Beispiel. Warum sollte jemand Geld investieren um eine Fabrik zu bauen, Maschinen zu kaufen und Arbeiter anzustellen, wenn er mit dem Kauf von Anleihen mehr Geld verdienen könnte?
Am Arbeitsplatz sieht es ähnlich aus. Wenn Mitarbeiter hart arbeiten und wesentliche Beiträge zum Geschäftserfolg leisten, erwarten sie eine bessere Bezahlung. Das ist menschlich. Niemand wird um weniger Geld härter arbeiten. Und niemand wird das Risiko eingehen, ein eigenes Unternehmen zu gründen, wenn die Perspektiven nicht stimmen. Ich bin Menschen gegenüber skeptisch, die sagen, dass Geld für sie keine Rolle spielt. Geld ist zweifelsohne ein starker Antrieb, auch wenn es letztlich nur ein Mittel darstellt, um andere Dinge zu verwirklichen. Geld darf aber niemals das einzige Ziel darstellen. Sobald dies der Fall ist, sobald man alle Aktivitäten nur auf Geld ausrichtet, kann man kaum wahre Größe erreichen. Ich beobachte mit Sorge, dass wir uns als Gesellschaft immer weiter davon entfernen, Menschen zu ermutigen als Unternehmer oder Erfinder tätig zu sein. Das ist bedenklich, denn dadurch gefährden wir einen der wichtigsten Antriebe für unseren Wohlstand
Lernen von den unternehmerischen Serientätern
„Träume wieder, mach das Machbare, dann setze es offensiv um!“ ist der Dreiklang der Ideen hinter dem Buch "Effectuation - Unternehmergeist denkt anders!". Es sind die Basistöne um nicht nur Neues zu starten, sondern um auch gemeinsam Zukunft zu schaffen, wie es die erfahrenen Unternehmer machen. Wie dass konkret geschehen kann, dass können wir von den unternehmerischen Serientätern lernen.
Entrepreneure?
Der Frage, was ein Entrepreneur ist, bin ich in dem Artikel „Berufsbezeichnung – Entrepreneur?“ nachgegangen. Guy Kawasaki trifft es dabei mit folgender Aussage sehr gut:
Entrepreneur ist keine Berufsbezeichnung. Es ist die Geisteshaltung von Menschen, die die Zukunft verändern möchten.
– Guy Kawasaki (Nicht-CEO bei Yahoo! & Venture Capitalist)
Für diesen Beitrag möchte ich mich jedoch einer speziellen Gruppe von unternehmerisch denkenden und handelnden Menschen widmen – den unternehmerischen Serientätern.
Unternehmerische Serientäter?
Die Serial Entrepreneurs, Serienunternehmer oder auch Mehrfachgründer sind jene Unternehmer, die mehr als ein Unternehmen gegründet haben. Sie sind meistens immer nur an einer Unternehmensgründung bzw. einem Projekt zur gleichen Zeit beteiligt und ziehen sie sich zu einem späteren Zeitpunkt aus einer aktiven Rolle im Unternehmen zurück oder verkaufen das Unternehmen, um sich einem neuen Unternehmen und Projekt zuzuwenden.
Was zeichnet diese Serientäter, wie z. B. Richard Branson, jedoch aus? Sie sind erfahrene Entrepreneure (Experten) und denken und handeln dadurch anders, als man auf der gemeinen Schule, auf den klassischen Business Schools, im Gründerkurs … lernt.
Genau mit dieser Gruppe von Menschen beschäftigt sich seit über 10 Jahren eine stetig wachsende Forscher- und Praktikergruppe. Die Auseinandersetzung und Umsetzung der daraus identifizierten Prinzipien der unternehmerischen Wirksamkeit (Effectuation) ist das empirisch und praktisch abgesicherte Ergebnis dieser Arbeiten.
Die mentalen Modelle (Heuristiken) erfahrener Unternehmer unterscheiden sich dabei wesentlich von denen unerfahrener Unternehmer und auch klassischer Manager. Effectuation erhebt keinen absoluten Anspruch auf universelle Gültigkeit und Wirksamkeit, ist jedoch eine gute Richtschnur dafür, wie man unter Situationen großer Ungewissheit sowohl Risiken minimieren kann, als auch stetig handlungsbereit und umsetzungsfähig ist. Erfahrene Unternehmer haben ein Wissen dafür entwickelt, wann welche Methoden zu den besten Resultaten führen. Die Hintergründe und Entstehung dieser mentalen Modelle können auch in meinem Artikel „Effectuation: Unternehmer machen Zukunft“ – oder umfangreicher im Buch zu diesem Thema – nachgelesen werden.
Entrepreneure sind Macher!
Die Macherqualitäten die sich die Serientäter durch ihre Erfahrung angeeignet haben, ermöglichen ihnen auch ohne fixe Ziele bzw. mit flexiblen Zielen oder einer von Anfang an klaren Zielgruppe ihre Idee, ihr Unternehmen und Projekt rasch voranzutreiben. Deshalb ist zu Beginn dieser Karrieren nicht immer die klare Idee, ein fixes Ziel, Marktanalysen, ein Business Plan … der Ausgangspunkt für eine Unternehmensgründung, sondern die eigenen Mittel und Ressourcen – sie wissen, was wirkt.
Sie …
- machen, und nicht nur einfach nach dem Slogan „Just Do it!“, sondern sie tun es („Do it!“).
- machen, das Machbare, indem sie ihre Mittel und Ressourcen (Wissen und Kompetenzen, Identität und Netzwerke) kennen (lernen), damit experimentieren und zuerst nutzen.
- definieren die maximal mögliche Investition an Zeit, Geld, Personal, Nerven … und nicht den erwarteten Gewinn. Es gilt der leistbare Verlust (wie viel kann ich einsetzen ohne meine Unternehmung zu gefährden).
- halten ihren Unternehmergeist in alle Richtungen offen, und sind bereit Zufälle und Überraschungen zu ihrem Vorteil zu nutzen.
- denken in Partnerschaften und suchen Gleichgesinnte für Vereinbarungen und „Vorvereinbarungen“ zu ihrem Unternehmen und Projekt.
- nutzen Echtzeitdaten – die unmittelbar in die Idee, das Produkt, das Projekt … einfließen - und keine Marktforschung.
- schreiben nicht nur einen Business Plan, sondern viele, da sich die Ideen, Partner und Möglichkeiten laufend ändern.
- steuern und kontrollieren ihre Aktivitäten anstatt Trends vorherzusagen! Es gilt nicht ”was wir vorhersagen können, können wir kontrollieren”, sondern “was wir kontrollieren können, brauchen wir nicht vorherzusagen”.
In diesem Sinne denken Sie daran:
Move your ass, and your mind will follow!
– Theo Roos (philosophischer Vitaminverkäufer)




